Die Infrastruktur eines Open-Source Projektes

Die Leitung eines Open Source Teams bedeutet einigen Verwaltungsaufwand und Infrastruktur. Am Bespiel des Open Source-Projekts mozilo möchte ich vorstellen wie eine mögliche Infrastuktur aufgebaut werden kann, wo die Stolpersteine liegen und wie diese gelöst werden können.

Drittanbieter oder selbst hosten?

mozilo hat sich dafür entschieden die Inhalte selbst zu verwalten und keinen Anbieter wie Sourceforge oder Freshmeat zu nutzen. Das bedeutet zwar einen höheren Kostenaufwand, bietet aber auch komplette Kontrolle über das Projekt, und dessen Inhalte. Außerdem ist man flexibler mit der Umsetzung im Web und Anwendungsbereich.

Sourceforge bietet ebenfalls sehr viele Dienste an, die für kleine Projekte auch sehr nützlich sein können. Prinzipiell liegen aber alle Daten bei einem Drittanbieter. Eine vollständige Kontrolle der Daten und die Präsentation im Netz liegt zum Großteil nicht in eigener Hand.

Welche Komponenten sind wichtig?

An diesem Punkt muss man unterscheiden. Es gibt interne Organisation und die Kommunikation mit den Nutzern. Wenn ein Open Source Projekt erfolgreich werden soll ist es sehr wichtig, das diese beiden Faktoren stimmen.

An diesem Punkt der Hinweis: Einige der Komponenten sind bei mozilo noch nicht zu finden, sind aber bereits in Arbeit und werden bald freigeschalten.

Interne Team-Organisation

Die interne Team-Organisation ist für den einfachen Nutzer oft nicht zu erkennen. Auch bei mozilo ist es so das es getrennte bereiche gibt, in die der einfache Nutzer keinen Einblick hat.

Ein Beispiel dafür ist in abgetrennter Bereich in unserem Forum, den nur registrierte Programmierer sehen können. Dort werden neue Features und aktuelle Diskussionen zur Entwicklung geführt, sowie interne Ankündigungen und Informationen verteilt.

Zusätzlich wird es in Zukunft eine Chat-Plattform. Diese soll die Geschwindigkeit der Diskussionen fördern, oder für kleine Rückfragen an den Kollegen genutzt werden.
Technisch setzen wir dabei auf die Jabber-Plattform, die durch jeden modernen Messanger einbindbar ist. Zusätzlich gibt es einen Flash-basierten Web-Chat, der ebenfalls den Zugang zur Chat-Plattform ermöglicht.

Um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, ist natürlich eine Code-Verwaltung unentbehrlich. Wir nutzen dafür die Open-Source Codeverwaltung Subversion. Dabei ist zu erwähnen, das wir jedem versierten Nutzer die Möglichkeit geben, direkt Quellcode aus den so genannten Repositories zu holen. Schreibrechte besitzen allerdings nur die Programmierer um unnötigem Vandalismus vorzubeugen.

Gerade in Arbeit befindet sich das Ticket-System. Das Ticket-System soll eine einheitliche Plattform zum melden von Fehlern bieten. Das ist wichtig um einen guten Überblick über Fehler im programmierten Code und die Wünsche der Nutzer zu behalten. Außerdem ist das Ticket-System direkt an die Code-Verwaltung geknüpft und bietet den Programmierern eine optimale Möglichkeit die noch offenen Aufgaben zu überblicken.

Öffentliche Kommunikation und Information

Fast noch wichtiger als die Kommunikation intern ist die Kommunikation mit den Nutzern. Kommt der Nutzer an einen Punkt wo er aus eigener Kraft nicht weiterkommt, ist er sehr schnell frustriert.

Daraus können zwei Konsequenzen entstehen. Im optimalen sucht der Nutzer aktiv nach Hilfe. Viele Open Source Projekte sind technisch auf sehr hohem Stand, sobald Probleme auftreten, lassen sie den Nutzer allein, weil keine, oder nur sehr wenige Kommunikationswege anbieten. Daraus resultiert die zweite mögliche Konsequenz: Der Nutzer zieht weiter und sucht eine Alternative. Um das zu verhindern bietet mozilo folgende Möglichkeiten an.

Die öffentlichen Webseiten mozilo.de bieten im ersten Schritt eine umfassende Dokumentation und Information. Auch wenn diese Aufgabe erfahrungsgemäß nicht unbedingt zu den Lieblingsaufgaben gehört ist diese Information eine der wichtigsten Standbeine der Kommunikation mit dem Nutzer, auch wenn diese nicht aktiv stattfindet. Die Dokumentation sollte möglichst leicht verständlich, mit Beispielen versehen und einfach zu finden sein. Je nach dem welches Ziel ein Projekt hat, ist ein Download der kompletten Dokumentation durchaus sinnvoll.

Das Forum kam in der Internen Organisation schon einmal zur Sprache, bildet aber in der Kommunikation mit den Nutzern eine noch viel wichtigere Rolle. Das Forum sollte der Anlaufpunkt sein, um aktiv Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Dabei sollte man keine Rückschlüsse über die akzeptanz eine Forums ziehen, wie oft dieses Genutzt wird. Die Plattform ansich ist der Entscheidende Faktor, der Nutzer bei einem Projekt hält.

Nicht zu vernachlässigen ist der Faktor, dass Nutzer auch Nutzern helfen können. Darauf kann man sich allerdings nicht verlassen und ausruhen.

Des Weiteren veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abstand Informationen bei Twitter, um Ankündigungen zu machen und aktiv die Meinung der Nutzer einzuholen. Außerdem versuchen wir den Kanal zu nutzen um etwas Werbung für unser Projekt zu machen.

Das ebenfalls schon erwähnte Ticket-System, ist auch für die normalen Nutzer zugänglich. Er hat die Möglichkeit den aktuellen Status aller Tickets, einzusehen und eigene Tickets anzulegen. Ob diese bearbeitet werden, legt das Entwickler-Team dann intern fest.

Zu guter letzt gibt es natürlich ebenfalls die Möglichkeit mit den Entwicklern per E-Mail in kontakt zu treten. Dabei fällt auf, dass offizielle Anfragen diesen Weg nehmen, anstatt das Forum zu nutzen.

Erfolgskonzept “Offenheit”

Die Offenheit gegenüber seiner Nutzer ist einer der wichtigsten Faktoren in einem Open Source Projekts. Natürlich hat eine gewissen Verschwiegenheit, wie es die Firma Apple seit eh und je handhabt, ihren gewissen Charme, hat aber bei einem halbwegs professionellen Open Source Projekt wenig Sinn, da der Quellcode sowieso offen liegt.

Viel mehr sollte man dem Nutzer vermitteln, dass er sich für ein Projekt mit Nachhaltigkeit, aktiven Mitgliedern und offenen Karten entschieden hat. Der Open Source-Gedanke sollte nicht am Ende der Code-Verwaltung verlieren, sondern sich durch das gesamte Projekt hindurchziehen.

Die Offenheit bietet zukünftigen Mitstreitern außerdem die Möglichkeit sich das Projekt anzusehen, und erleichtert die Entscheidung ob man sich an dem Projekt anschließen möchte oder nicht.